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KAPITEL  VIII


DER ERSTE KREIS

Diese Gespräche hatten weitläufige Auswirkungen, da Frau Beaumont mich fragte, ob ich bereit sei, mit ihnen eine Sitzung zu halten, um herauszufinden, ob ich mediale Fähigkeiten hätte. Sie informierte mich, dass mehrere ihrer Freunde daran interessiert seien und sich auf die Gelegenheit eines Versuchs mit einem fähigen Medium, das sich kostenlos zur Verfügung stellt, stürzen würden. Sie meinte, dass wir auch auf Enttäuschungen vorbereitet sein müssten, aber versprach unbegrenzte Geduld und uneingeschränktes Interesse. Da ich nicht in der Lage war, ihr etwas für ihre grosszügige Gastfreundschaft anzubieten, war ich froh um die Gelegenheit, etwas für sie zu tun, das sie sich offensichtlich wünschte und zu jener Zeit war dies mein grösster Beweggrund. Ich war bei der Auswahl der Kreismitglieder nicht mitbeteiligt und überliess das völlig ihr. Major Beaumont und seine Frau waren die einzigen Teilnehmer, die ich dazumal näher kannte, obwohl mir John Bodley und seine Familie, als auch Frau Scott bekannt waren. Die beiden anderen waren ein Mann und eine Frau, die ich vorher nie getroffen hatte. Später habe ich erfahren, dass die Frau, wie auch Frau Beaumont, einen Sohn verloren hat, und, obwohl ich es damals nicht wusste, war es der unausgesprochene Wunsch beider, wenn möglich mit ihren Söhnen in Kontakt zu treten.

     Es gibt einen Aspekt, der vom Anfang aller Sitzungen bis zu deren Ende beibehalten wurde und dem schwerlich genügend Beachtung geschenkt werden kann. Das war die Beharrlichkeit derjenigen, die daran teilnahmen. Sie waren während beinahe zwanzig Jahren dabei, und sie schoben, falls es möglich war, andere Angelegenheiten zur Seite und reisten manchmal grosse Distanzen unter den verschiedensten Wetterverhältnissen, um an den Sitzungen teilzunehmen. Jedesmal wenn ich ihre Berichte las, merkte ich, dass ich selbst das Interesse nicht beibehalten hätte, falls ich zur Audienz gehört hätte.

     Ich mag mich ganz gut an den ersten Versuch erinnern. Es wurde beschlossen Musik zu verwenden. Wir beide, Frau Beaumont und auch ich hatten gute Schallplatten und ich dachte mir, was auch immer passiert, wenigsten würden wir dieses Vorspiel geniessen. Dies wurde zur Gewohnheit, die weitergeführt wurde, und später, wenn es möglich war, wählte ich etwas von J.S.Bach.

     Dieses erste Mal versuchte ich bewusst meinen Sinn abzulösen und so ruhig wie möglich zu werden. Ich denke nicht, dass ich jemals das Bewusstsein völlig verlor, obwohl ich selbst bei der ersten Sitzung in einen Zustand geriet, in welchem ich meine Umgebung vergass. Diesen Zustand bezeichnete ich mit 'weggehen'. Das erste was ich bei der Rückkunft wahrnahm, waren meine zischenden Geräusche meines Versuchs, das Wort 'Shadrack' zu sagen, und mir dabei dachte, dass ich ein Erlebnis wie das ihrige (4) hatte, das mit Feuer verbunden war. Das artete bald in Zusammenhanglosigkeit aus, so dass ich nicht einmal den Namen aussprechen konnte, und ich sagte den anderen nichts davon.

     Von da an liess ich jeden Versuch fallen, eine chronologische Ordnung beizubehalten. Es wäre für mich unmöglich gewesen, mich zu erinnern in welcher Folge das Wissen kam. Der Zusammenfassung kann entnommen werden, dass es nie folgerichtig war. Grob gesagt, denke ich, dass der erste Kreis eine Zeit der Ausbildung war, um zu einem Instrument zu werden, welches das Wissen, das wir LEHRE nannten, auf die Erde bringen kann, obwohl dieser Prozess nicht während der Zeit dieses ersten Kreises begann. In dieser Zeit des 'Weggehens' wurde ich mir bewusst, dass ich, was ich über die Gedankenwelt und deren Zweck lernte, in Worte fassen musste. Diese Idee machte mir Sorgen, und ich erhob ununterbrochen Einwände. Von Beginn an war ich mir voll bewusst, in einer anderen Dimension zu sein, die ich später mit Gedankenwelt bezeichnete, und eine der schwierigsten Aufgaben, mit welcher ich zu kämpfen hatte, war meine Abneigung zu den Erdkonditionen zurückzukehren. Die echtere Realität der Gedankenwelt hatte mich bereits eingenommen. Obwohl die Erinnerung an diese Dimension dazumal beinahe sofort verblasste, überlebte der schreckliche Kontrast zwischen der Lebensform, die ich soeben verlassen hatte und dem Zustand, in welchen ich zurückkehrte. Als Frau Beaumont mich einmal aus meinem Trübsinn erwecken wollte, erklärte ich ihr mit wenig Höflichkeit, dass wenn sie aus ihrem gegenwärtigen Leben als menschliches Wesen verdammt würde einen Schweinekörper anzunehmen und in einen dreckigen Schweinestall geworfen würde, um mit einem Haufen anderer Schweine zu leben, würde sie möglicherweise verstehen, wie ich mich fühlte zu Erdkonditionen zurückkehren zu müssen. Zum mindesten schloss ich mich als eines der Schweine mit ein.

     Mein hauptsächlicher Einwand gegen die gegebene Aufgabe war meine Furcht vor Worten. Ich musste soviel wie ich konnte, von der Gedankenwelt und ihrem Zweck, in Worten beschreiben und diese Vorstellung schockierte mich. Ich wusste, dass Musik eine Möglichkeit der Ausdrucksweise gewesen wäre, und ich empfand es als hart, dieses Mittel, das ich liebte und das mir weniger Schwierigkeiten bereitete, nicht anwenden zu dürfen. Zu jener Zeit hatte ich noch kein bewusstes Erinnern, dass wir nach einem gegebenen Plan leben sollten, und deshalb realisierte ich nicht, wie töricht ich mich gegen mein Los wehrte.

     Was die anderen während diesen Sitzungen hören konnten, war wie die eine Seite eines Telefongesprächs zwischen mir und meinem Superbewussten-Selbst, meinem Ewigen-Selbst, oder jemand anderem. Die LEHRE kam von meinem Ewigen-Selbst, das Azvard.(5) genannt wurde. Die anderen konnten hören was ich sagte, jedoch nicht die Antworten der anderen Wesen, obwohl dies manchmal aus dem Zusammenhang erraten werden konnte. Es war für sie ein Rätsel, da sie nicht wussten, um was es ging. Währenddem sie eine Entwicklung der Situation erwarteten, führten sie Protokolle und nachdem ich diese viele Jahre später einmal las, war ich erstaunt, dass sie sich die Mühe nahmen, es durchzuhalten. In dieser Periode rezitierte ich manchmal Verse, stolperte über Zeilen, bis endlich eine Art Gedicht entstand. Ich weiss heute, dass diese Gedichte eine Übersetzungsübung waren, um die in der Gedankenwelt gehabten Gedanken in Worte zu kleiden. Als Gedichte sind es höchst wahrscheinlich Knittelverse, aber als eine solche Übung mögen sie einen Sinn gehabt haben. Die beiden folgenden zeigen zum Beispiel die Abneigung, mit welcher ich kämpfen musste.

     Das folgende Gedicht ist ein Protest gegen das Formulieren der LEHRE in Worte.

T Ö N E
(Ein Protest)

Warum muss ich mit Worten jonglieren
Sie verschmutzen den klaren Teich der Gedanken
Verdrehend, vermeidend die Wahrheit
Und bringen die Vision ins Wanken
Aber gib mir die Töne und ich baue
Zu den Sternen und darüber hinaus,
Jede Note als klaren Gedanken.
Jede Note ein Schritt hinauf
Gefangen und gehalten im Band.
Dann, perfekte Harmonie
Bringt Vision und Sicht.
Hinunterreichend, in Tiefen,
Kreisend, hoch in die Höh
Bis Töne verhallen zu Stille
Wo Musik selbst schweigt, und ich selbst, und allein
Geh hinauf, hinauf, um beim Willen zu sein.


DIE VERSCHLOSSENE TÜR

Wenn ich wüsst 'den Weg' und kennt 'den Willen',
Schau auf den abgelegenen Schnee durchdrungen von schwarzen Steinen,
Und horchend auf den saubern, kalten Wind der Wahrheit,
Auf die sanften Sorgen des schiefen Regens,
Und sehend, hörend, nicht vergebens suchend
Schau an den Himmel, nächst dem Rand des Horizonts
Wenn die Sonn verschwindet, bevor das Licht erschwacht
Seen des wahrsten Grüns zwischen den Wolkeninseln,
Durch die der Sinn ermüdet wandert
In völliger Stille, bis die Stille bricht
In die Tiefe wo die Ewigkeit pocht.
Aber dann zurückfällt in die geringere Welt.
Beschränkt durch die engen Grenzen der Zeit
Wo Glück von dunklen Schmerzen beschattet
Und liebloses Lachen hallt. Höre ist es Kummer:
Wo Gutes gemessen bei Tat und Akt.
Während man wie Unkraut, dem Ringen überlassen ist,
Ah! Azrael, wenn Du die Türe schliesst und gehst,
Hast Du kein Erbarmen für mich, da unten gelassen?

Abermals schlug mein Ewiges-Selbst vor, ich solle etwas in Worte fassen, das sich auf Leute und nicht immer auf Dinge bezieht, und das folgende war meine eher ausweichende Antwort

ABGETAUCHT

Graue Granitklippen,
Das Meer sorgt und wäscht,
Tonlos nur das Hämmern
Und das Dröhnen der Wellen.
Schlank, nass und weiss,
Sicher stehend für den Flug.
Und dann in Blitzeseile
Ohne Schwenken oder Zögern,
Von dem hohen Felsen
In das durchsichtige Wasser.
Ein schönes Ding
Wie ein Vogel am Fliegen.

Ich glaube, dass ich in dieser ersten Sitzung den höchsten in meiner Reichweite liegenden Kontaktpunkt mit der Gedankenwelt erreichte. Von diesem Punkt aus folgte ich einem absteigenden Pfad, der tatsächlich der Verlauf meines Lebens war. Darin kam eine Periode, in der ich den Tiefstpunkt erreichte, bei welchem meine Erfahrungen fast zum Stillstand gelangt wären. Nachdem dieser Zustand vorbei war, begann ein Wiederaufstieg und ich glaube, im Moment meines Sterbens, wird es mir möglich sein, den Kontakt mit dieser ursprünglichen Höhenlage wiederzugewinnen und gleichzeitig mag es möglich sein, dass ich dann eine weitere wertvolle Information in Worte fassen kann.

     Die Gesamtheit dieser ersten Vision erklärt viele Dinge. Darin erhielt ich erhielt ich alles, was ich für die LEHRE gebrauchte. Des Restliche war eine Frage des Erinnerns, um es in mein Bewusstes-Selbst zurückzubringen. Der Prozess des Zurückrufens hing von meinem täglichen Leben ab. Es konnte durch die Abweichungen von meinem Lebensplan blockiert oder behindert werden. Weil dieses Zurückgewinnen meines Erinnerns, das Thema meines momentanen Lebens war, zogen mich alle Gegebenheiten zu dessen Weiterführung, welcher ich mich nur durch meinen bewussten Eigenwillen hätte widersetzen können.

     Es gibt einen anderen Aspekt des ersten Kreises, der wichtig war, da er zu dessen Auflösung führte. Wie ich bereits sagte, hofften zwei Mitglieder dieses Kreises, mit ihren verstorbenen Söhnen eine Art Kommunikation herzustellen und dank dieser Idee, führten sie ein Brett ein auf welchem die Buchstaben des Alphabets überall verteilt geschrieben waren. Nach dem ersten Versuch informierte uns Sanchuniathon über einen bestimmten Zweck, den sie mit unserem Kreis beabsichtigten, und den wir verhindern würden, falls wir, in der von uns geplanten Richtung weiterfahren würden, sowie dass diejenigen, welche für ihren eigenen Zweck mitarbeiten, sich in diesem Fall zurückziehen würden. Frau Scott und John Bodley nahmen diese Warnung ernst und dachten es wäre schade, vom geplanten Ziel abzuweichen. Keiner von uns hatte in dieser Entwicklungsphase eine Ahnung, wohin uns diese Sitzungen führen würden, noch waren die Kreismitglieder sicher, dass mein Produkt nicht eine Manifestation meines eigenen Sinnes war. In Tat und Wahrheit war diese Theorie teilweise richtig, obwohl weder sie noch ich sich dessen bewusst waren, war ich in Kontakt mit Azvard, meinem Ewigen-Selbst, das für die LEHRE verantwortlich war. Bei keiner einzigen Sitzung, und zu keiner anderen Zeit, wurde mein Bewusstes-Selbst von einer anderen Persönlichkeit eingesetzt, als Azvard. In dieser Art ist meine Methode, soviel ich weiss, von jedem andern Medium verschieden. In Tat und Wahrheit bin ich nicht ein Medium im ursprünglichen Sinn des Worts. Diese Sitzungen, in welchen mein Bewusstes-Selbst sich einem losgelösten Zustand befand, wurden zuerst für mein Training verwendet und später, um zu reproduzieren, nicht um das Erinnern an die Gedankenwelt, das in der LEHRE enthalten ist, zu schaffen. Dieser Prozess ist eine spezielle Form der Kommunikation und wird in der Zusammenfassung erklärt.

     Obwohl wir im ersten Kreis eine Meinungsverschiedenheit hatten, wurde er ohne Auseinandersetzung aufgelöst. Wir erhielten eine Instruktion mit dem Vorschlag, dass ich mich zurückziehen und Frau Beaumont meinen Platz einnehmen solle, um zu sehen, ob sie ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln könne. Dieser Vorschlag wurde während einigen Wochen befolgt, und da es zu keinem Erfolg führte, wurde der erste Kreis geschlossen.


ANMERKUNG:

(4) Kath verweist höchst wahrscheinlich auf Erlebnisse, welche die Wesen in der Gedankenwelt haben können.      zurück zum Text

(5) Die Namen werden in der Abbildung 4 der Zusammenfassung der Lehre erklärt.     zurück zum Text


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