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KAPITEL  X


DER  ZWEITE  KREIS

Ungefähr zu jener Zeit schloss sich der Recorder uns an. Sie und ihre Familie kamen gerade einige wenige Monate vor uns in Neuseeland an. Ihr Geburtsland war England und wir hatten demzufolge viele Gemeinsamkeiten, und nun, nach einer dreissigjährigen Freundschaft, sind sie und Nicholas die ältesten Kreismitglieder. Wir halfen einander in harten Zeiten und genossen die angenehmen miteinander. Die einsamen Plätze des Landes hatten eine magische Anziehungskraft für uns beide, welche wir zusammen auskundschafteten, und viele unserer Expeditionen fügten eine Perle bei, an das, was wir unsere 'Halskette' nennen. Es war im Haus des Recorders, in welchem wir uns einmal pro Woche für die Treffen des zweiten Kreises niederliessen, bis auch dieser zweite Kreis nach einigen Jahren aufgelöst wurde.

     In den Anfangstagen schien es jeweils, als ob sie beim 'Weggehen' ein Strecke mit mir mitgehen konnte. Dies lehrte sie meine Schwierigkeiten zu verstehen, die vielen Kompliziertheiten und das Durcheinander der ersten Tage, und ich denke der Kreis hat ihr viel zu verdanken. Wenn es ihr erlaubt war, machte sie während den Sitzungen mit hoher Geschwindigkeit Notizen, welche zur Grundlage für die Protokolle wurden. Da sich in ihren Übersetzungen, wie zu erwarten war, einiges Raten als unerlässlich erwies, konnte nicht immer alles exakt sein, aber zum mindesten gab es uns eine Ahnung über das Geschehen. Öfters sagte Azvard mit ruhiger Stimme: "Schreibe nicht!" und es war für sie eine Erleichterung, zuhören zu dürfen, anstatt sich auf das Niederschreiben konzentrieren zu müssen. Ich denke Azvard, sagte das nur, wenn die LEHRE durchkam, die ich nachher sowieso niederschrieb.

     Der Recorder hatte sich uns bereits angeschlossen, als der einzige andere wichtige Vorfall passierte während dem Intervall zwischen den beiden Kreisen. Es wurde verursacht durch eine Frage von John Bodley, die mich verblüffte. Er fragte: "Weisst Du welche Stellung Jesus Christus in der Gedankenwelt einnimmt? Gibt es ihn dort?" Ich hatte mir die Frage selbst nie überlegt, jedoch nach seinem Erkunden muss diese in meiner Erinnerung eingeprägt gewesen sein, da ich an einem Morgen mit dem klarsten Erinnern erwachte, welches später in einer Sitzung reproduziert wurde. Ich erinnerte mich, Azrael um die Antwort zu Johns Frage gebeten zu haben. Obwohl ich wusste, dass in der Gedankenwelt Azrael deren Führer ist, und ich mir seiner einzigartigen Position dort bewusst war, habe ich ihn nie mit Christus in Verbindung gebracht.

     Oft wurde ich über die visuelle Erinnerung in der Gedankenwelt gefragt und ich finde es schwierig zu erklären. Wie sieht ein Individuum einen guten Freund, wie zum Beispiel ein Ehemann seine Frau nach dem Tod? Sieht er sie als das junge Mädchen das er zuerst traf, die Frau in ihren reiferen Jahren, sein Partner im Alter oder vielleicht das durch eine letzte Krankheit verzerrte Gesicht? Ich denke, dass die Antwort auf diese Frage, die andere auch beantwortet.

     Ich habe eine eindeutige Erinnerung an Azrael, als ich ihm Johns Frage stellte, jedoch selbst wenn ich die Fähigkeit hätte, könnte ich nie ein Bild davon malen. Ich erinnere mich an die eigentümliche Stille, die meiner Frage folgte und mich bewog aufzuschauen. Azrael beobachtete mich durchdringend, mit Augen, die ich als grau wahrnahm, mit der kristallklaren Charakteristik des Wassers, wartend auf mich 'zu sehen'. Seine Erwartung ging auf mich über, bis ich von Kopf bis Fuss überwältigt war, dann erwachte die Erkenntnis. Azrael selbst war Jesus! Dieses Erinnern war ein persönliches Geschenk für dieses spezielle Leben. Was ich in dieser Begegnung gelernt hatte, brachte ich zurück, wobei es dann, wie es auch jedes andere Bewusste-Selbst zu tun hat, umgesetzt werden musste, um es im täglichen Leben anzuwenden.

     John und seine Frau, die passenderweise 'die Mutter' genannt wurde, wurden in den Anfangstagen des ersten Kreises mit einer grossen Angst konfrontiert. Eines Tages reiste ich über die östliche Bucht, um bei den Beaumonts Ferien zu machen. Ich erinnere mich, als ich am Landungssteg auf sie wartete, wie John auf mich zukam und mich fragte, ob er ein Wort mit mir reden könne, was mich sehr überraschte, da es ganz am Anfang unserer Freundschaft war. Er sagte sehr wenig, nur dass er konfrontiert war mit einer seriösen persönlichen Schwierigkeit, und ob es mir möglich sei, während der Erholung in meinen kommenden Ferien, von der Gedankenwelt Hilfe für ihn zu erhalten.

     Die Ferien, die ich mit Beaumonts verbrachte, waren sehr erfreulich. Es war ihre Gewohnheit das Frühstück, ein nahrhaftes Essen, zusammen einzunehmen und sich später um ungefähr 17.30 Uhr erneut zu treffen, zu einem heissen Essen. Das erlaubte selbst den Frauen für ihre bevorzugten Tätigkeiten einen langen Tag zu haben, manchmal alle miteinander oder öfters wurde in Gruppen gesegelt, gewandert, oder entspannt. So war es für mich völlig normal, mir eines Tages ein Mittagessen einzupacken, um für mich alleine einen Hügel zu besteigen, der sich hinter dem Camp erhob.

     Als ich oben ankam, machte ich es mir bequem und versuchte zu sehen, was Johns Problem war. Er gab mir keinerlei Anhaltspunkt und ich werweisste, ob es finanzieller Natur war, denn es war die Zeit einer schweren Depression und die meisten Probleme der Leute hatten damit zu tun.

     Es war ein prächtiger ruhiger Tag, und ich sass und beobachtete das ausgestreckte Meer, das sich vor mir in der Weite des Blau verlor. Dann nahm ich am Horizont eine Bank dunkler Wolken wahr, von welchen ich wusste, dass sie Johns Probleme verkörperten, und ich schien wegzudriften, in diese hinein. Als ich in das normale Bewusstsein zurückkam, wusste ich, dass etwas dagegen unternommen werden konnte. Wir wussten dazumal wenig über die LEHRE, das mir von Hilfe sein konnte, aber es schien mir an unseren Willen und Taten zu hängen, wie es tatsächlich immer der Fall ist. Ich spürte, dass die Schwierigkeiten mit der Mutter zu tun hatten, dass um Hilfe zu erreichen, mein Leben mit dem ihren verwickelt sein wird, mit neuen Verantwortungen, die, falls ich darauf einging, die Türe für die Hilfe öffnen würden, was bei späterer Meinungsänderung nicht rückgängig gemacht werden konnte.

     Das war alles, was ich herausfinden konnte, und es schien mir unheimlich wenig und schrecklich egoistisch, ein erbärmlicher Vorschlag, um Johns Probleme zu lösen. Es war somit eine gewaltige Erleichterung als er, bei meiner Rückkehr, so etwas Unklares, als sich lohnend akzeptierte. Ich kann nun sehen, dass es die Tatsache war, seine Frau als zentrales Problem herauskristallisiert zu haben, ohne einen Hinweis seinerseits, die ihn befriedigte. Dann teilte er mir den Grund seiner Besorgnis mit. Die Mutter hatte ein Geschwür in ihrer Brust, das sich nach dessen Entfernung als bösartig erwies.

     Einige Wochen später, nach einer langen Hügelwanderung, setzte ich mich hin, um über die Lage nachzudenken und dasselbe geschah, ich 'ging weg', aber dieses Mal konnte ich ein Stück weiter gehen. Ich musste mich nun entscheiden. Falls ich es annehmen würde, müsste ich täglich die Bibel lesen. Es war für mich leichter die grosse Entscheidung anzunehmen, als diese geringe neue Bedingung zu befolgen, welcher ich mich infolge meiner Gefühle widersetzte. Das eine wollte ich tun, das andere wollte ich vermeiden. Wie bereit ich auch immer war die hauptsächliche Aufgabe anzunehmen, es schien mir nutzlos bereits am ersten Hindernis zu scheitern, so überwand ich meine Abneigung und stimmte zu. Ich glaube, dass mir in der Gedankenwelt meine gesamte mögliche Zukunft gezeigt wurde. Dann wurde die Erinnerung entzogen, wobei nur die momentan notwendigen Punkte gelassen wurden.

     Es ist meine Überzeugung, obwohl ich nicht weiss worauf sie aufgebaut ist, dass jede Erfahrung dieser Art eine solche Entscheidung erfordert. Es ist der Entschluss ein persönliches, blödes Vorurteil fallen zu lassen, welches sonst das gesamte Vorhaben blockieren würde.

     Ich kann mich jetzt nicht mehr erinnern, welche Bedeutung das Lesen der Bibel hatte, ausser dass ich dieser Bedingung bis heute folgte. Später fragte ich John, ob ich mit der Mutter in Ruhe zusammensitzen könne, damit ich tun könne, was in meinen Kräften war. Ich wünschte, ich hätte mein Unbehagen, das ich in dieser Lage spürte, vermitteln können, denn ich hatte nicht die blasseste Ahnung was ich zu tun hatte. Es war eine enorme Erleichterung, als ich meine Verlegenheit überwand und diese unklaren Anweisungen weitergab, die von John und seiner Frau so einfach und natürlich angenommen wurden. Ich werde mir immer bewusst sein, dass ihre besonnene Zustimmung und ihr unbegründetes Vertrauen der hauptsächliche Faktor war, welcher zum Resultat führte.

     John war ein Doktor und deshalb sehr beängstigt. Seine Frau war sehr krank, und er hatte Grund ein weiteres Geschwür zu vermuten. Während ihrer Ruhezeiten, in welchen sie sich niederlegte, ging ich hinauf in ihr Zimmer, um neben ihr zu sitzen. Meine Hand ruhte sanft auf ihrem entblössten Arm. Ich bin nicht im Zweifel, dass wir beide in diesem Moment 'weg gingen'. Das einzige Bild, das mir hochkommt, ist, dass wir beide Hand in Hand, wie Kinder, zu Azrael kamen. Ich weiss, dass die Mutter verändert war, als sie zurückkam, so glücklich und zufrieden. Das war die Schöpfung der Freundschaft zwischen ihr und mir. Die Mutter erklärte John sie wisse, dass sie geheilt sei. Sie entfernte den Verband, der ihre Brust unterstützte und verweigerte knallhart, sich als krank zu betrachten. John beriet sich mit mir darüber, ein wenig besorgt über beides, den Verband und die mögliche Folge solchen Vertrauens, aber ich ermass es als besser der Angelegenheit den Lauf zu lassen. Ich erinnere mich an ihre, eher merkwürdige Handlung, indem sie sofort nachher nach Früchten verlangte und John sandte, um Trauben einkaufen zu gehen. So wurde sie die acht folgenden Jahre von der Krankheit befreit.

     Nach diesem Erlebnis, wenn immer ich die Familie Bodley besuchte, sass ich jeweils während der Ruhezeit für ein Weilchen mit der Mutter. Sie mochte es und es schien Johns Angst zu vermindern, aber ich weiss nicht ob es irgend einen Einfluss auf ihre Gesundheit hatte, obwohl es vielleicht der Grund war für die Vertiefung der Freundschaft mit der Familie.

     Ich frage mich immer, wieso ich nicht beauftragt wurde das geistige Heilen zu unterlassen, da ich sicher bin, dass es eigentlich nicht ein Teil meines Lebensplans war. Wie ich gesagt habe, glaubte ich, dass die Mutter während diesem ersten Mal geheilt wurde, und möglicherweise hätte gesund bleiben können, und ich bin genauso überzeugt, dass sie ihre Heilung selbst erreichte und es nur mein Teil war, als Führerin auf dem besonderen Weg, den wir beschritten, zu wirken, oder um es genauer zu sagen, sie konnte der Spur meines Sinnes folgen.

     Unglücklicherweise dachte John, dass ich heilerische Fähigkeiten haben könnte, und er war erpicht, mich in einem oder zwei Fällen zu testen. Diese Idee gefiel mir nie. Der erste Fall war eine alte Frau, die dem Tod infolge Krebs nahe war. Ich ging zu ihr und versuchte zu helfen. Das einzige Resultat war das Verschwinden meiner leichten Abneigung gegen Krankenzimmer und kranke Leute, und ich konnte mich in sie einfühlen. Ich glaube sie starb ungefähr eine Woche später und John beschwichtigte mich, indem er mir anvertraute, sie sei in grosser seelischer Not gewesen wegen ihrem Sterben, von welcher sie jedoch nach meinem Besuch Erleichterung fand und sich mit der Idee des Sterbens versöhnte.

     Der andere Fall war ein Mädchen. Ich wäre so froh gewesen, wenn ich ihr hätte helfen können und besuchte sie mit diesem Wunsch in meinem Herzen. Ich besuchte sie dreimal, aber nichts änderte sich. Danach bat ich John keine Versuche mehr zu machen, und ich fühlte auf den rechten Weg zurückgekehrt zu sein.

     Die nächsten Jahre waren schöne Jahre, in denen wir genug Wissen über die LEHRE erhielten, um feststellen zu können, dass obwohl jeder Teil in sich selbst abgeschlossen war, sie alle zusammen-passten und ein grosses Ganzes bildeten, wie bei einem grosses Zusammensetzspiel.

     Ungefähr zu jener Zeit passierte während den Sitzungen, von mir aus gesehen, ein äusserst interessanter Zwischenfall. Ich erhielt eine Botschaft von Nicholas, in welcher er mir mitteilte, dass er eine Frage mit sich herumtrage, die ihn sehr beschäftige. Er fragte, ob ich dazu eine Antwort finden könnte. Er wollte mir nicht mitteilen, um was es ging, da er eine völlig unvoreingenommene Antwort wollte. Ich mochte die Idee und versprach, es bei der nächsten Sitzung zu versuchen. Da es in der Gedankenwelt keine Worte gibt, werden diese Dinge dort in Bildern gegeben. Wie beim Traum des Pharaos, von den sieben fetten und den sieben mageren Kühen, die aus dem Fluss stiegen, welche die sieben guten und die sieben trockenen Jahre bedeuteten, muss man seine eigene Übertragung in Worte herausfinden. Ich weiss nicht wie diese Bilder zustande kommen. Für dasjenige, das ich sah, war ich in Kontakt mit Arrantees, nur durch Sie konnte ich der Wahrheit sicher sein. Ich wusste, dass ich nicht strebend sein durfte, sondern nur den Wunsch haben durfte zu empfangen, geklärt von jeglichen persönlichen Gedanken und Gefühlen. Dann sah ich etwas, das sich erhob und wieder senkte, eingeschlossen in einem kleinen Kreis mit einer Linie, die es halbierte und langsam merkte ich, dass es das Aufeinandertreffen des Meeres und des Himmels war, wie durch das Bullauge eines Schiffs gesehen. Sobald ich das erkannte, wusste ich, dass der erste Schritt hinter uns lag. In anderen Worten, es gab mir das Thema. Es war schwer, die sich steigernde Spannung zu kontrollieren. Ja selbst diese Einmischung des Selbst konnte die Resultate verzerren, aber ich konnte die grenzenlose Geduld von Arrantees wahrnehmen. Der nächste Schritt erwies sich als schwieriger. Das nächste Bild schien die Idee des Hafens von London und Bombay zu beinhalten, und die Worte 'Ankunftshafen' und 'Abfahrtshafen' flitzte durch meinen Sinn, aber diese waren irreleitend, da ich nicht zwei Worte wollte, sondern ein einziges. Angst bohrte sich in mich, aber deren Dazwischenkommen musste abgewehrt werden. Sehr schwer. Dann ging ich zurück, zu einem Bild mit dem Schiff allein auf See und fand darauf das gesuchte Wort. Es war 'Destination'. Diesem auf den Fersen folgend, kam die ganze Umsetzung wie mit einem Lichtblitz. "Wechsle die Richtung nicht." Es war das himmlischste Gefühl des Frohlockens, höchster Stolz, ohne jegliches Gefühl des Selbstverdiensts. Ich arbeitete erfolg-reich mit Arrantees. Ich nehme an, es ist, wie wenn ein Wissenschaftler den letzten Schritt in einer neuen Entdeckung macht.

     Die Frage, die Nicholas sich stellte, war völlig beantwortet. Zu jener Zeit hatte er die LEHRE bereits akzeptiert und sie als wahr empfunden. Sie war für ihn sehr wichtig und er begann sich zu fragen, ob sein eigener Lebensplan damit zu tun hätte und ob sein Leben in der Marine, die seine ganze Kraft forderte, im Wege stand. Ich hatte von alledem keine Ahnung, aber hätte er mich gefragt, hätte ich ihn angewiesen wie gewohnt weiterzufahren, aber ich nehme an, er hätte sich nicht stark darauf abgestützt. Es ist wahr, dass die LEHRE das Thema meines Lebensplanes ist, und es muss deshalb Vorrang vor allem anderen haben. Ich denke, da er mein Bewusstes-Partnerselbst ist, hat er einen Schimmer davon mitbekommen. Da diese Idee, seine Karriere in der Marine zu verlassen, ein Irrtum war, der ihm unterlief weil er um die LEHRE besorgt war, wurde es erlaubt, eine Antwort zu dieser persönlichen Frage zu erhalten.


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